Ich lass es mir gut gehen. Zwar habe
ich noch immer nichts von den Leuten aus München gehört, aber im
Moment ist die Angst gar nicht so groß und das komische Gefühl von
Ungewissheit nicht mal so unterträglich. Im Moment brauch ich auch
gar keinen zu sehen. Ich bin allein und das ist gut so. Endlich habe
ich mal wieder Zeit, Musik zu hören. Ich hab ganz den Überblick
verloren, wie viel gute Musik ich habe. Es gibt so viele Lieder, die
mich überraschen, weil ich sie noch gar nicht oder nicht aufmerksam
genug angehört habe. Seit drei Stunden liege ich nun mit meinem Mp3 Player unter unserem Kirschbaum, die Augen geschlossen, die Ohren auf. Die Sonne scheint, und es geht ein leichter Wind, der mir ab und zu mein Kleid in die Luft wedelt und die Blätter in ständiger Bewegung hält. Wo ich
ihnen zusehe, fühle ich mich so leicht wie schon lange nicht mehr.
Vielleicht, weil der Wind mich an den Tag in Irland
erinnert, an dem wir an den Cliffs Of Moher waren und es mir an
nichts gefehlt hat.
Warum sollte ich mir Sorgen machen? Sagt man nicht, wenn man nur wirklich will, kann man alles erreichen?
Warum sollte ich mir Sorgen machen? Sagt man nicht, wenn man nur wirklich will, kann man alles erreichen?
Jetzt sitz ich aufm Fensterbrett,
der Wind ist schwächer, aber er trägt noch immer den Duft von
frischen Blumen zu mir. Ich würde tippen es riecht nach Flieder oder
den Kirschblüten unserer Nachbarn (unser Baum trägt keine
Blüten mehr, sondern kleine grüne Knäule, die bald Kirschen werden
müssten, und mir den Sommer versüßen werden). Was auch immer hier
so riecht, ich bin süchtig danach und es macht mich glücklich.







































